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Führungsstil: Sind Sie geliebt oder gefürchtet?

December 8, 2015

Ist es besser, geliebt oder gefürchtet zu werden?

 

Machiavelli hat sich mit dieser Frage schon vor 500 Jahren beschäftigt. Sein Fazit: Man sollte beides anstreben. Aber da sich diese Kombination von ein- und derselben Person nur schwer erreichen lässt, ist es deutlich sicherer, gefürchtet zu werden.

 

 

 

 

Die moderne Verhaltensforschung gibt ihm zum Teil recht: Wenn wir über andere urteilen, vor allem über Chefs, schauen wir zuerst auf zwei Dinge:

 

1. Wie liebenswert ist die Person (Wärme, Verbundenheit, Vertrauenswürdigkeit)?

 

und

 

2. Wie furchteinflößend ist sie (Stärke, Macht, Kompetenz)?

 

Aber warum sind diese Merkmale so wichtig? Weil sie die Antwort auf zwei entscheidende Fragen liefern: Welche Absichten hat dieser Mensch mir gegenüber? Und: Ist er oder sie in der Lage, diese Absichten umzusetzen? Diese Einschätzungen unterliegen all unsere Reaktionen auf andere Menschen, Gruppen und selbst auf Marken und Unternehmen.

 

Testen Sie sich doch einmal selbst:

Wie sind Ihre Gedanken gegenüber warmherzigen, aber aus Ihrer Sicht inkompetenten Kollegen? Sicher möchten Sie auf der einen Seite helfen – aber vernachlässigen Sie die Person vielleicht auch?

 

Beispiele gefällig? Bestimmt kennen Sie Mitarbeiter, die immer weniger einbezogen werden, weil sie kurz vor der Rente stehen, oder Kollegen mit veralteten Kenntnissen in einer sich schnell verändernden Branche.

 

Menschen dagegen, die als kompetent, aber kalt eingeschätzt werden, lösen in uns oft Neid aus. Eine Emotion, die sowohl Respekt als auch Abneigung beinhaltet.

 

Wenn wir jemanden respektieren, möchten wir mit dieser Person zusammenarbeiten oder uns ihr anschließen. Wenn wir aber eine Abneigung gegen jemanden empfinden, möchten wir dieser Person bestenfalls meiden, schlimmstenfalls eins mitgeben.

 

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich beobachten wir auch viele andere Charakterzüge, aber sie sind nicht annähernd so einflussreich wie die beiden Eigenschaften Warmherzigkeit und Stärke. Erkenntnisse aus der Psychologie belegen sogar, dass diese beiden Dimensionen zu mehr als 90 Prozent für den positiven oder negativen Eindruck verantwortlich sind, den wir von Menschen in unserem Umfeld gewinnen.

 

Die meisten Chefs neigen heute dazu, im beruflichen Kontext vor allem ihre Stärke, Kompetenz und Qualifikation zu betonen, aber das ist meiner Meinung nach genau der falsche Ansatz. Führungskräfte, die Stärke ausstrahlen, bevor sie ein Vertrauensverhältnis aufgebaut haben, laufen Gefahr, Angst auszulösen. Und die kann die Kreativität und die Problemlösungsfähigkeiten von Mitarbeitern enorm einschränken. Schlimmstenfalls leidet die Psychische und physische Gesundheit!

 

Warmherzigkeit dagegen ermöglicht Einflussnahme, indem sie Vertrauen schafft und die Kommunikation und die Aufnahme von Ideen fördert.
Selbst kleine nonverbale Signale wie ein Nicken, ein Lächeln oder eine offene Geste können Menschen zeigen, dass Sie gern in ihrer Gesellschaft sind und ein offenes Ohr für ihre Belange haben.

 

Warmherzigkeit hilft Ihnen, zu den Menschen in Ihrem Umfeld sofort eine Beziehung aufzubauen, diesen zu zeigen, dass Sie Verständnis und ein offenes Ohr für sie haben und dass sie Ihnen vertrauen können.

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