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Einfach mal loslassen

November 15, 2015

Es gibt Kollegen, die können einem auf Anhieb sagen, ob der Sommer vor fünf Jahren besonders verregnet war, über welche Kunden sie sich damals geärgert haben und welche früheren Chefs des Unternehmens aus welchen Gründen eine Fehlbesetzung waren.

 

Aber ist Erinnern immer so viel besser als Vergessen?

 

 

Es gibt Gedächtnis-Training und Gedächtnis-Weltmeister. Vergesslichkeit hat dagegen einen schlechte Ruf, dabei ist das Ausradieren von Erinnerungen eine wichtige Funktion des Gehirns. Es muss regelmäßig Prioritäten setzen und aussortieren, um Platz für Neues zu schaffen. Nur weil wir soviel vergessen, erhält das, was schließlich von all den Sinneseindrücken, Erfahrungen und Erkenntnissen übrig bleibt, eine Bedeutung. Ohne Vergessen würden wir überhaupt nicht funktionieren!

 

Vergessen ist also eine echte Befreiung.

 

Es lässt uns den Blick auf die Gegenwart und Zukunft richten, statt in der Vergangenheit festzuhängen. Es macht frei für neue Erfahrungen und lässt emotionale Wunden heilen. Stellen Sie sich vor wie es wäre, wenn all die kleinen Verletzungen, Ärgernisse und Enttäuschungen im Beruf und im Privatleben ständig präsent wären!

 

Leider bleiben aber gerade die negative Erfahrungen mit starken Emotionen länger im Gedächtnis als die schönen Momente. Verantwortlich dafür ist die Evolution, denn dadurch sollen wir daran gehindert werden, Fehler noch einmal zu begehen. Eigentlich eine gute Idee, wenn pessimistischen Erinnerungen nicht die Tendenz hätten, sich bei häufiger Grübelei auszubreiten.

 

Hier sind Idee, um aus der Gedankenfalle herauszukommen:

 

Halten Sie sich gedanklich ein Stoppschild vor Augen!

 

Machen Sie sich bewusst, dass Sie in der aktuellen Situation nicht auf Autopilot fahren wollen.

 

Vertagen Sie das Grübel auf später – vielleicht ist es dann schon nicht mehr so wichtig!

 

Sagen Sie sich “jetzt nicht, um 17 Uhr nehme ich mir zehn Minuten Zeit, um darüber nachzudenken.”

 

Erinnern Sie sich regelmäßig an besonders schöne Momente.

 

Erst Abhaken, dann verblassen lassen. 

 

 

Und zuletzt: Erledigen Sie Dinge, die Ihnen unfertig oder nicht abgeschlossen vorkommen.

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